Herzrhythmusstörungen – Herz außer Takt

Gelegentliche Herzrhythmusstörungen (HRS), auch genannt Arhythmien, sind nichts Ungewöhnliches. Das menschliche Herz schlägt ungefähr 60-70 Mal pro Minute in Ruhe. Bei körperlichen oder seelischen Belastungen kann die Herzschlagfrequenz allerdings auf 160 bis 200 Schläge pro Minute ansteigen. Auch das Herz gesunder Menschen schlägt nicht immer absolut gleichmäßig. Normalerweise macht sich dies nicht weiter bemerkbar. Es handelt sich gewissermaßen um vereinzelte „Fehlzündungen“ des Herzens. Nur in seltenen Fällen sind Herzrhythmusstörungen unmittelbar lebensbedrohlich. Dennoch ist es sehr wichtig, abzuklären, was sich insbesondere hinter wiederkehrenden Herzrhythmusstörungen verbirgt.

Was Sie über Herzrhythmusstörungen wissen sollten

Herzrhythmusstörungen – Herz außer Takt

Herzrhythmusstörungen – Fotolia © PictureP.




Herzrhythmusstörungen können sich unterschiedlich äußern: Entweder ist der Puls zu schnell (Tachykardie) oder zu langsam (Bradykardie). Manchmal treten auch so genannte Extrasystolen auf, das heißt zusätzliche Herzschläge, während die Geschwindigkeit des Pulses normal ist. Symptome können je nach dem Benommenheit, Schwindel, Ohnmachtsanfälle und Brustenge sein.

Diagnostizieren lassen sich HRS mithilfe der Elektrokardiografie (EKG). Anhand der Herzstromkurve im Elektrokardiogramm kann der Arzt erkennen, ob das Herz in seinem normalen, sogenannten Sinusrhythmus schlägt oder aber in einen unregelmäßigen, zu schnellen oder zu langsamen Rhythmus geraten ist. Mögliche Gründe für HRS sind koronare Herzerkrankungen, Herzschwäche, ein Herzklappenfehler, ein Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung. Häufig ist es allerdings wesentlich undramatischer. So zählen auch allgemeiner Bluthochdruck, eine Schilddrüsenüberfunktion, Medikamente, Koffein oder Drogen wie Amphetamine und Kokain zu den möglichen Auslösern.

An der Ursache orientiert sich die Therapie. Herzerkrankungen müssen immer behandelt werden, entweder medikamentös oder bei Bedarf auch operativ. Bluthochdruck und Schilddrüsenüberfunktion sollten, sofern kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, kontinuierlich überwacht werden. Haben die Herzrhythmusstörungen hingegen harmlose Gründe, genügt es häufig schon, herz- und gesundheitsbewusster zu leben und Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen, Alkoholgenuss, Übergewicht oder Bewegungsmangel zu minimieren.

Herzrhythmusstörungen – Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Direkt in den nächsten Tagen…

  • wenn Sie Herzklopfen verspüren, Herzstolpern oder Herzrasen!
  • wenn Ihr Ruhepuls langsamer ist als 60 und schneller ist als 100 pro Minute
  • wenn sich Ihr Puls stolpernd anfühlt (in Ruhe, aber auch nach einer Belastung)
  • wenn Ihr Ruhepuls stark schwankt

Sofort den Notarzt rufen, wenn…

  • Das Herzklopfen, Herzstolpern oder Herzrasen nicht mehr aufhört oder mit Angstgefühl, Schwindelbeschwerden oder Atemnot verbunden ist
  • Bewusstseinsstörungen auftreten, auch wenn diese nur vorübergehend sein sollten.
Herzrhythmusstörungen – Herz außer Takt
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