Faltenkiller gegen Heuschnupfen

In die Nase eingebrachtes Botulinumtoxin bei Heuschnupfen kann eine Alternative zur Behandlung mit Antihistaminika in Tablettenform sein.

Als Faltenkiller hat Botulinumtoxin (Botox) in der Schönheitsmedizin Karriere gemacht. Auch bei neurologischen Erkrankungen wird das Bakteriengift seit Jahren mit Erfolg eingesetzt. Jetzt haben iranische HNO-Ärzte ein weiteres Anwendungsgebiet entdeckt. Sie untersuchten den Effekt von Botulinumtoxin auf die allergische Rhinitis. An der auch als Heuschnupfen bezeichneten Erkrankung leiden in Österreich vermutlich etwas mehr als 16 Prozent der Bevölkerung.

Im Rahmen ihrer Studie an 50 Versuchspersonen verglichen die Forscher eine einmalige Botulinumtoxin-Injektion in beide unteren Nasenmuscheln mit einer Cetirizin-Therapie, einem bewährten Antihistaminikum. In beiden Fällen besserten sich die Symptome, wie Niesen, verstopfte oder laufende Nase, Juckreiz und Augensymptome. Botulinumtoxin erwies sich bei den Augensymptomen als effektiver, Cetirizin war beim nasalen Juckreiz überlegen. Darüber hinaus zeigte die Botulinumtoxin-Behandlung weniger Nebenwirkungen. Dennoch sehen die Experten den Einsatz teurer Botulinumtoxin-Injektionen bei Heuschnupfen nicht als erste Wahl. Erst wenn Patienten nicht auf herkömmliche Arzneimittel gegen allergische Rhinitis ansprechen oder diese nicht vertragen, könnte Botulinumtoxin eine Alternative sein. Derzeit wird an der HNO-Klinik der Universität Göttingen untersucht, ob statt einer schmerzhaften Injektion ein mit Botulinumtoxin getränktes Schwämmchen, das für 30 Minuten in die Nase eingebracht wird, die gleiche Wirksamkeit zeigt.

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